Bitcoin Betrug: Wie uns Kriminelle in die Falle locken wollen!

Bitcoin Betrug online

Das Interesse an alternativen Anlagemöglichkeiten ist so groß wie nie. Dazu haben die anhaltende Corona-Situation mit allen wirtschaftlichen Folgen sowie die seit Längerem extrem niedrigen Zinsen in gleicher Weise beigetragen. Insofern wundert es nicht, dass immer mehr Menschen sich als Privatanleger im Onlinehandel von Kryptowährungen versuchen. Genügend Beispiele zeigen, wie andere damit bereits zu Reichtum gelangt sind. Außerdem scheint darin offensichtlich der Markt der Zukunft zu stecken. Auch bis dato völlig neue Kryptowährung verspricht lohnenswerte Kursanstiege in der kommenden Zeit.

Tatsächlich können Sie Ihr Vermögen mit dem Kauf und Verkauf von Bitcoin, Ripple und Dash vergrößern, wenn Sie es geschickt anstellen und besonnen vorgehen. Gleichzeitig führt die stetig wachsende Zahl an Anlegern jedoch zwangsläufig auch dazu, dass immer mehr schwarze Schafe in diesem Geschäft mitmischen und es mit ausgefeilten Methoden schaffen, Millionen zu erbeuten.

Was steckt hinter diesen kriminellen Machenschaften, wie laufen sie genau ab und warum fallen so viele Personen dem Ganzen zum Opfer, ohne misstrauisch zu werden? Die Antwort ist genauso einfach wie schockierend: Hinter gefälschten Trading-Plattformen und angeblichen Brokern verbirgt sich ein ausgeklügeltes System, das sowohl technisch mit astreinen Illusionen aufwartet, als auch auf psychologische Schachzüge zurückgreift, um die Betroffenen bis zum letzten Cent auszunehmen.

Wie einfach man in die Falle tappen kann

Vielleicht sind Sie selbst auch schon auf Werbeanzeigen im Internet gestoßen, in denen von unglaublichen Renditen die Rede war und das schnelle Geld versprochen wurde. Häufig tauchen prominente Vertreter dabei als bereits überzeugte Nutzer auf, die ihr eigenes Vermögen auf gleiche Art vervielfacht haben sollen. Die Beiträge tragen zum Teil sogar fälschlicherweise ein ARD- oder ZDF-Logo, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen und gleichzeitig den vermeintlichen Wahrheitsgehalt zu erhöhen.

Dass in den Beiträgen jedoch lediglich von Gewinngarantien die Rede ist, während die Risiken des Kryptogeschäfts dabei völlig außen vor bleiben, fällt vielen Lesern offenbar gar nicht weiter auf. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass man über den eigentlichen Vorgang der so profitablen Geldvermehrung im Unklaren bleibt.

Obwohl hier eigentlich schon die eigenen Alarmglocken angehen sollten, sind wir Menschen nun einmal so konzipiert, dass wir in erster Linie das hören, was wir auch hören wollen. Das unkomplizierte Online-Geld klingt so verlockend, dass wir über den Urheber der Anzeige oder deren Echtheit nicht weiter nachgrübeln. Zumal die gefälschten Anzeigen und Fotomontagen mit bekannten Gesichtern so hervorragend gemacht sind, dass uns diese automatisch glaubhaft erscheinen.

Schon schnappt die Falle zu, der interessierte Leser wird auf betrügerische Webseiten weitergeleitet, auf denen er erste persönliche Angaben machen soll. In ganz ähnlicher Weise setzen Kriminelle auch Phishing E-Mails ein, die völlig ungefragt in Ihrem digitalen Posteingang landen und ebenfalls dem Zweck dienen, Sie auf entsprechende Seiten weiterzuleiten, die technisch einwandfrei aufgemacht sind und unter verschiedensten Domains geführt werden. Selbst in WhatsApp-Gruppen kursieren solche Links inzwischen.

Callcenter im Ausland treten nun in Aktion und nehmen telefonisch Kontakt mit den potenziellen Anlegern auf, um deren aktuelle Situation in einem möglichst persönlich gehaltenen Gespräch etwas kennenzulernen und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Letztlich soll der Interessent den Anrufer für einen echten Broker halten, der genauestens weiß, was er an der Kryptobörse tut, und seinem freundschaftlichen Rat folgen, an der richtigen Stelle ein Investment zu tätigen.

Mit der ersten Überweisung auf ein fiktives Kryptokonto bekommt der Nutzer online Zugang zu einer Trading-Plattform, die in Wahrheit keine ist. Stattdessen handelt sich dabei um eine clever programmierte Computersimulation, die einen extrem positiven Kursverlauf der anscheinend erworbenen Kryptowährung suggeriert.

Der neu gewonnene Kunde bleibt also treu bei der Sache, denn er kann förmlich live dabei zusehen, wie sein Startkapital weiter anwächst und ist dadurch verständlicherweise hoch motiviert, immer mehr Geld einzuzahlen. Andernfalls, so scheint es, würde er die günstige Gelegenheit verschenken, sein Vermögen ohne großes Zutun zu vergrößern.

In Wahrheit arbeitet das eingezahlte Geld jedoch keine Sekunde lang wirklich für den Anleger, sondern wird über Briefkastenfirmen im Ausland in Windeseile aus der EU geschleust und schnellstmöglich anonym an anderer Stelle angelegt, nicht selten auch an echten Kryptobörsen.

Warum die kriminelle Masche so gut funktioniert

Eines muss man den international organisierten Drahtziehern im Hintergrund lassen – sie stecken viel Aufwand in den Aufbau und die Optik der gefälschten Trading-Plattformen, die dadurch äußerst real erscheinen. Auch andere Tricks kommen zum Einsatz.

So werden den Kunden beispielsweise gefälschte Ausweis-Scans der vermeintlichen Broker oder falsche Kontoauszüge zugeschickt. Alles mit dem Ziel, Zweifel auszuräumen, Sicherheit zu vermitteln und das Vertrauensverhältnis aufrecht zu erhalten. Schließlich dürfen die neu angeworbenen Geldgeber zu keiner Zeit Verdacht schöpfen, dass es bei diesem Geschäft nicht mit rechten Dingen zugeht.

Selbst kleinere Bargeldausschüttungen mithilfe von zugesandten Kreditkarten finden statt. Dieser greifbare Geldrückfluss schafft nämlich einen nur noch stärkeren Anreiz, weitere Investitionen zu tätigen.

Erfahrungsgemäß fällt der Schwindel erst dann auf, wenn der Nutzer tatsächlich eine größere Ausschüttung vornehmen möchte und plötzlich nicht mehr auf sein angebliches Kryptovermögen zugreifen kann. Stattdessen wird er an dieser Stelle noch weiter manipuliert, frei erfundene Wechselgebühren, Steuern oder Zollkosten zu bezahlen, um die Auszahlung in Gang zu setzen.

Fließt irgendwann kein Geld mehr, weil der Anleger bereits pleite ist, bricht der Kontakt urplötzlich auf allen Kanälen ab und der Betrogene steht mit seinem Verlust oder gar angehäuften Schuldenberg alleine da.

Warum Sie vorsichtig bleiben sollten

Man weiß bereits von Tausenden Personen in Deutschland, die auf diese Weise geschädigt und mitunter um horrende Summen gebracht wurden. Mit Sicherheit liegt die Dunkelziffer noch wesentlich höher, da Betrugsopfer vor Scham über die eigene Gutgläubigkeit sich nicht immer an Polizei oder Anwälte wenden. Viele verlieren dabei ihre komplette Altersvorsorge oder ihr Erbe und die Aussicht auf erfolgreiche Entschädigung ist trotz einiger Ermittlungserfolge und geglückter Festnahmen in Süd- und Osteuropa leider denkbar gering.

Natürlich bietet der Kryptomarkt weiterhin Chancen, weshalb nicht grundsätzlich davon abgeraten werden kann. Es ist aber ganz entscheidend, seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden. Achten Sie aufmerksam auf die Warnhinweise Ihres Virenscanners, prüfen Sie das Impressum des angeblichen Unternehmens eingehend, dessen Finanzdienste Sie nutzen möchten und bleiben Sie fragwürdigen Vertriebsstrategien gegenüber skeptisch. Können Sie den link der angeblichen Trading-Plattform zudem nicht an Freunde weiterleiten, ist ebenfalls äußerste Vorsicht geboten.

 
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